Geschichte

Der wohl älteste Hinweis auf das Vogelschießen in Lathen ist die Flurbezeichnung Vogelstaken bzw. Vogelstakentannenkamp auf der hannoverschen Landdrosteilçarte von 1860 und auf der Karte zur Markenteilung etwa aus der gleichen Zeit. Dieser Tannenkamp lag zwischen der Melstruper- und Mühlenstraße etwa dort, wo heute der Friedhof ist. Seit wann hier nach dem Vogel auf der Stange=Staken geschossen wurde, wird leider nirgendwo berichtet.


Die älteste schriftliche Erwähnung des Vogelschießens in Lathen findet sich erst im Jahre 1834. Dieser Bericht wurde von dem damaligen Amtsvogt Dr. Behnes verfasst, der in Lathen als Rechtsanwalt und Notar tätig war. Er wohnte auf dem Grundstück Ecke Hauptstraße-Emsstraße-Schmiedestraße, wo im Jahre 1972 die Familie Huntemann ein neues Haus erichtete.


In diesem Bericht wird ausdrücklich betont, dass das Vogelschießen in den Gemeinden Lathen, Oberlangen, Niederlangen, Düthe, Fresenburg, Melstrup und Sustrum ,“hergebracht", also seit langer Zeit üblich war.


Durch einen schweren Unfall beim Vogelschießen im Jahre 1833 waren in Lathen 2 Menschen getötet worden. Die näheren Umstände, die zu diesem Unfall geführt hatten, wurden nicht angegeben. Der Amtsvogt Dr. Behnes wies in einem Schreiben vom 26.4.1834 auf die Möglichkeiten der Gefahren hin, die vor allem durch verrostete Flinten und durch übergroße Pulverladungen entstehen könnten. Er schlug dem Standesherrlichen Amte Aschendorf vor, das Vogelschießen zu verbieten. Daraufhin wurde in Lathen das Vogelschießen ganz untersagt.


In den übrigen Ortschaften, in denen das Vogelschießen ,,hergebracht", also schon lange üblich war, wurde es unter bestimmten Bedingungen gestattet.


Die Neugründung des Lathener Schützenvereins im Jahre 1848

I5 Jahre waren seit dem tragischen Unglücksfalle im Jahre 1833 vergangen. 14 Jahre durfte die Gemeinde Lathen zur Strafe kein Schützenfest feiern. Jetzt endlich waren die Statuten, die für alle Gemeinden in den Amtsbereichen Aschendorf und Lathen gültig waren, von der Königlichen Landdrostei Osnabrück genehmigt worden.


Die Bürger und Beerbten richteten ein Gesuch an das Standesamt Aschendorf, um ein Schützenfest feiern zu können. Dazu mussten die Statuten in Abschrift mitgesandt werden, die einzelnen Schützen mussten sich beim Amtsvogt Bucholtz in eine Liste eintragen und die 4 Personen, die für einen gesicherten Ablauf des Schießens verantwortlich waren, mussten benannt werden.


Dieses erste Scheibenschießen fand am 6. August 1848 statt. Der Platz, auf dem das Schießen durchgeführt wurde, ist nicht bekannt.


Gehorsamer Bericht des Amtsvogten Bucholtz zu Lathen vom 5. July 1848

Scheibenschießen zu Lathen betreffend.


Die híesigen Bürger und Beerbten beabsichtigen am 6. August d.J. ein Schützenfest resp. Scheibenschießen abzuhalten, Standesh. Amt bitte ich namens derselben, ordentliche Erlaubnis unter Vorschrift der zu beachtenden polizeilichen Sicherheitsregeln, wie sie beim Schützenfeste Aschendorf stattgefunden hochgeneigtest erteilen zu wollen.

 

B. (Bucholtz)


Aus dem alten Brauch des Vogelschießens war durch das Lathener Unglück ein Scheibenschießen geworden und später das Schützenfest.


Der l. König wurde J.B. Twickler jr.


Seit dem Jahre 1848 wurde in Lathen das Schützenfest mit nur wenigen Unterbrechungen alljährlich in traditioneller Weise gefeiert. Schützenfeste fanden nicht statt oder können aufgrund fehlender Unterlagen nicht nachgewiesen werden in den Jahren I859, 186l, 1870-1817, I879- I883, 1919, 1940,.2020, 2021. Es waren vor allem Kriegszeiten, die öffentliche Feiern nicht erlaubten. Sowie in der jüngsten Vergangenheit die Coronapandemie.